walking in your shoes

DSC_0413walking in your shoes

Diese Methode, die in Österreich und Deutschland noch relativ neu ist, ermöglicht auf besonders eindrucksvolle Weise das Verständnis für bestimmte Personen, Elemente, Werte, Gefühle usw. Entwickelt wurde diese Methode, die dem Familienstellen (Familienaufstellungen) ähnelt, innerhalb der Film- und Theaterwelt in Amerika, um ganz tief in die jeweilige Rolle hineinzufinden. Eine erstaunliche Nähe zwischen dem Schauspieler und der Rolle wird hier spielerisch erreicht.
Man sah aber bald, dass auch Rollen aus dem „richtigen“ Leben, zB. wirkliche Personen „gegangen“ werden können und dies die bisherigen Grenzen der Schauspielerei sprengte. Daraus entwickelte sich „walking in your shoes“.

Es gibt natürlich Ähnlichkeiten mit dem Familienstellen, zB. dass man Stellvertreter einsetzt, dass man in einen Prozess kommt, der die Möglichkeit für die einzigartige Wahrnehmung eines anderen schafft. Ähnlich ist auch, dass man durch den „walk“ auf eine tiefere, seelische Ebene schaut, die Aufschluss über das Wirkliche der Person, des Tieres, des inneren Wertes, des Gefühls … gibt.

Das Familienstellen unterscheidet sich aber insoferne, dass der Blick und die Vorbereitung eine ganz andere ist. Beim Familienstellen schaue ich systemisch, dh. ich erstelle mir ein Genogramm und habe alle Personen, die für die Lösung eventuell wichtig sind, im Blick. Ich schaue auf Verstrickungen innerhalb des Systems und bringe die wichtigen Personen oder Elemente in die Aufstellung hinein, um Wege der Lösung zu finden. Generationsübergreifene, systemische Konflikte können dadurch aufgedeckt und durch Lösungssätze bearbeitet und gelöst werden.

Bei walking in your shoes schaue ich, im Gegensatz dazu, nicht auf das System als Ganzes, sondern schaue in erster Linie auf eine Person, ein Tier oder Element an sich. Dadurch kann ich die Ängste, Freuden, Nöte, Leiden, Wünsche und Vorstellungen der/des anderen besser verstehen. Durch das Verständnis, wie es/jemand „innerlich“ ist, kann ich die Person, das Tier oder Element besser achten und dessem Sein leichter zustimmen. Und zwar genau so, wie sich der ganze „Charakter“ im walking zeigt.

So kann zB. auch ein bestimmter Anteil einer Person gegangen werden, zB. das innere Kind oder der „blinde Fleck“ oder ein unterentwickelter Bereich. Es kann die Berufung „gegangen“ werden, die Sucht, die Zukunft, die Selbstachtung usw.

Walking in your shoes ist somit bestens geeignet in Kleingruppen bzw. auch im Berater-Klienten-Kontext. Hier übernehme ich als Ihre Beraterin die Position des „walkers“, der Klient ist „Zuschauer“ bzw. wird an bestimmten Punkten des „walks“ in den Prozess mit einbezogen.